Die Konfrontation mit dem Tod

September 25, 2007 at 10:22 nachmittags 1 Kommentar

Ich selbst habe vor einem Jahr eine besondere Begegnung mit dem Tod gehabt. Einen Menschen sterben zu sehen, hat etwas grausames, sowohl aber auch etwas befreiendes. Eine überwältigende Flut von Gefühlen, eine Welt in die man für diesen Moment schlüpft. Die Bilder behält man für immer in seinen Kopf.

Schon früher hatte ich mit dem Tod zu tun. Jedes Haustier geht auch diesen letzten Weg eines Tages. 2 Katzen und einen Hund habe ich schon verloren. Wobei das Wort ‘verloren’ nicht die konkrete Formulierung ist. Sie sind von uns gegangen in eine andere Welt und leben stets weiter in den Herzen jener, die sie gekannt haben. Tiere, die immer für einen da waren, wenn man einen schlechten Tag in der Schule hatte oder ganz einfachen Kummer. Der Moment des Todes ist voller Trauer, voller Tränen. Im Nachhinein war ich jedoch immer glücklich, dass ich Abschied nehmen konnte. Ein frohes “Auf Wiedersehen”.

Letztes Jahr machte ich diese Todes-Erfahrung mit einem mir sehr nahe stehenden Menschen. Der Mensch, der mich auf die Welt brachte und mir ebenso half, verstarb in meiner Anwesenheit. So schockierend und traurig, dieser Augenblick auch war, auch hier ist meine Dankbarkeit über aller Maßen groß.

Jeder Mensch macht irgendwann in seinen Leben mindestens einmal diese Erfahrung. Das Umgehen mit der Situation ist verschieden, doch eins ist immer gleich. Das Erblicken und Erkennen eines neuen Weges.

Doch jeden Tag werden wir damit konfrontiert. Mit dem Tod. Seien es die Nachrichten, Zeitungsartikel, die uns von Morden, Katastrophen berichten oder die beliebten Serien. Manchmal kommt einen die Frage auf bei manchen Sendungen, Szenen, wie man so etwas zeigen kann. Früher war die Wahrnehmung anders, vor einen prägenden Erlebnis. Bilder mögen dadurch hervorgerufen werden oder nur die Gedanken an die ‘verlorene’ Person. Manchmal lässt sich über die Pietät im Fernsehen streiten. Nicht jeder hat Erfahrungen gemacht, die den ‘Fernseh-Sinn’ beeinflussen. Das Fernsehen ist dennoch ein Medium, dass uns an das Leben und den Tod erinnert. Wir müssen es nur bewusster wahrnehmen und nicht verschlucken. Das Leben zu einem Genuss zu machen und nicht wegwerfen wie eine Verpackung von einer zu schnell gegessenen Schokolade.

Eintrag abgelegt unter Leben & Tod, Medien. Tags: .

Sprache der Sinne (1) Der Zwang reden zu müssen…

1 Kommentar Füge Deinen hinzu

  • 1. dasknuffel  |  September 27, 2007 um 7:47 nachmittags

    Woohooow,
    Ich find diesen Beitrag echt sehr gelungen. Hat mich total gefesselt und vor allem echt fasziniert.
    Ich finde du wirst immer besser mit deinen Kolummnen.

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